Lechtal-Urlaub bei Familie Margit und Andreas Spieß in Elbigenalp / Hotel Post - Geschichte

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Lechtal-Urlaub / Hotel Gasthof Post / Fam. Spieß / Elbigenalp im Lechtal / Tirol / Österreich.


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Unser Haus wurde 1826 vom berühmten Lithographen und Maler Johann A. Falger erbaut.
Er gründete hier eine Zeichenschule, die der Vorläufer der heutigen Schnitzschule war.

1867 besuchte die Königin Maria von Bayern (Mutter von König Ludwig II) Elbigenalp und richtete sich hier im Haus eine Sommerresidenz ein. Sie behielt das Haus bis zu ihrem Tode 1889. 1890 wurde das Haus in einen Gasthof umgewandelt. 1926 kam es in unseren Besitz und wird seither von unserer Familie geführt. 1993 übernahm der jüngste Sproß der Familie, Andreas, die Geschäfte und führt nun den Betrieb, mit tatkräftiger Unterstützung von den Eltern und seiner Ehefrau Margit, fort.

Zur Geschichte des Sommersitzes der Königin-Mutter Marie von Bayern

Der berühmte Lithograph, Maler und Chronist Johann Anton Falger begann im Jahre 1826 mit den Bauarbeiten seines Privathauses in Elbigenalp. Da er selbst zu dieser Zeit noch beruflich am Königlichen Steuerkatasteramt in München tätig war, übernahm seine Frau Therese die Bauleitung. 1831 kehrte Falger endgültig in seine Heimat Elbigenalp zurück, nachdem er jahrelang im Ausland, vor allem in Weimar, Jena und München tätig war. 1835 gründete er in seinem Haus eine Zeichenschule, die der Vorläufer der heutigen Schnitzschule wurde. Falger hatte insgesamt 107 Schüler, darunter die wohl bekannteste: Anna Stainer-Knittel, auch Geierwally genannt. Jedes Kind, ob arm oder reich, sollte in seiner Zeichenschule die Möglichkeit haben etwas zu lernen. Der Unterricht war kostenlos und wurde größtenteils durch Spenden der reicheren Lechtaler unterstützt. Außerdem richtete Falger noch den sogenannten Zeichenschulfonds zur Finanzierung ein. Falger benutzte die Zeit in Elbigenalp auch dafür, um seine berühmte "Chronik des Lechtales" zu schreiben.

Aus diesem Grund wird er auch gern als "Vater des Lechtales" bezeichnet. Der letzte Höhepunkt in seinem Leben muss der Besuch der Königinmutter Marie von Bayern am 19. September 1867 in Elbigenalp gewesen sein. Dieses Ereignis nahm der Künstler zum Anlass, noch einmal zur Radiernadel zu greifen, um ein Gedenkblatt zu verfertigen. In seiner Chronik schreibt Falger voller Stolz:

"am 19.9.1867 war die Königin von Bayern abends von 3 - 1/2 4 bei mir."

Diesem, wenn auch nur kurzen, Ehrenbesuch im Hause des Ehepaares Falger, sollten noch viele Besuche der bayrischen Königsmutter folgen. Es war der Anfang einer, bis zu Falgers Tod anhaltenden Freundschaft, die den Künstler sogar veranlasste, sein Haus nach seinem Tod der Königinmutter als Sommersitz zu schenken. In seinem Testament ist zu lesen: "Ihrer Königlichen Majestät der Königin-Mutter v. Bayern, wo ich über 20 Jahre viel gutes genossen, möchte nicht undankbar sein, mein 2. Haus Nr. 41 1/2 mit Garten Anger & mit allen Rechten, möchte dieses Ihr Majestät unterthänigst widmen mit Ausnahme der inneren Einrichtung und Kunstsammlung (im grünen Zimmer & mittleren Hausgang, welche das Museum in Innsbruck bekommen soll)". Am 15. Dezember 1876 verstarb Johann Anton Falger. Seit dieser Zeit war das Haus im Besitz der Königinmutter Marie von Bayern, die es häufig als Sommersitz für sich und Ihren Sohn Otto in Anspruch nahm.

1889 starb Marie von Bayern und hinterließ ihr Haus der Pfarrgemeinde Elbigenalp. Schon ein Jahr später wurde das Haus vom Postmeister Johann Moll ersteigert und in ein Gasthaus umgewandelt, das aufgrund des darin befindlichen Postamtes den Namen "Post" bekam. Das Postamt befand sich bis 1970 in diesem Haus.

Seit 1926, also 100 Jahre nach der Erbauung, ist das Haus im Besitz der Familie Spieß, die es nach wie vor als Gasthof und Hotel betreibt.

Hubert Spiess




Johann Spieß sen. bei der Brotzeit in der alten Gaststube
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